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Logbucheintrag #4 – Warum wir Transformations­beratung neu denken (müssen)

Das Feld der Digitalen Transformation wird in den nächsten Jahren das Schlüsselthema für das Überleben vieler Unternehmen sein. Wir wissen mittlerweile dass Disruption kein Märchen ist und wir kennen die veränderten Marktbedingungen von Plattform Ökonomien. In Zukunft wird es mehr und mehr darauf ankommen, die disruptiven Möglichkeiten von innovativen Technologien für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle beschleunigt zu nutzen. 

Es wird darum gehen, agile Geschäftsmodellinnovation kontinuierlich institutionalisiert zu betreiben und Unternehmensformen zu schaffen, die schnell diese disruptiven Möglichkeiten neuer Technologien in Geschäftsmodelle übersetzen, operationalisieren und skalieren können. Wer das schafft, der bleibt. Andere werden verschwinden. Vielleicht findet sich irgendwo eine Nische, wenn man Glück hat. Tatsache ist, dass große Veränderungen auf uns zu kommen und das alles hat gerade erst begonnen.

Diese Unternehmensformen werden aus einer Architektur von neuen Fähigkeiten gebildet, die Unternehmen organisieren, beschaffen, entwickeln müssen. Wir haben diese Fähigkeiten und die zugehörigen Archetypen digitaler Geschäftsmodelle identifiziert und in unserem d.quarks Framework beschrieben. Das bedeutet wir kennen die Grundarchitektur dieser zukunftsfähigen Unternehmen. Die Umsetzung dieser Unternehmensformen und damit die Implementierung dieser Grundarchitektur wird zunehmend überlebenswichtig.

In den vergangen Jahren haben wir in klassischer Weise bei der Umsetzung dieser Architektur mit unserem d.quarks Framework beraten. Das Geschäftsmodell klassischer Beratung skaliert mit Menschen, die in Projekten diese Themen bei Kunden umsetzen. Mehr Projekte, heisst mehr Menschen, heisst mehr Geschäft. Das Wissen der Berater ist dabei der differenzierende Faktor und es geht letztlich darum, möglichst viele Menschen in Projekten möglichst lange unterzubringen und die Kunden von den Beratungsleistungen abhängig zu machen. Das Wissen bleibt in der Regel beim Berater. In der Konsequenz wird der Kunde nicht befähigt und das Unternehmen wird auf diese Weise nicht transformiert. Das stellt, wenn man in die Zukunft blickt, ein größeres Problem dar. Wenn die Unternehmen sich selbst gar nicht durch eine Transformation verändern, wie sollen sie dann in einer veränderten digitalen Zukunft bestehen?

Immer mehr Unternehmen haben das erkannt und versuchen sich selbst zu befähigen. Dabei suchen sie nach Angeboten, die ihnen ihre Transformation ermöglichen. So müssen sie sich nicht mehr so stark von externen Beratungen abhängig machen. Die großen Konzerne haben Inhouse Beratungen aufgebaut, um diesem Problem zu begegnen. In einer zunehmend beschleunigten Welt ist die Wirksamkeit dieses Ansatzes aber auch zu langsam. 

Neues transformatorisches Wissen zur Befähigung der Unternehmen muss sehr viel schneller, skalierbarer und kostengünstiger in die Unternehmen gebracht werden. Gerade für die kleineren, mittelständischen, familiengeführten Unternehmen, ist das eine größere Herausforderung, weil sie in dem Maß gar keine Berater mit hohen Tagessätzen auf Dauer  beschäftigen können. 

Wenn wir in Deutschland und Europa noch mithalten wollen, im globalen Wettrennen der Geschäftsmodellinnovation mit USA und China, dann müssen wir neues transformatorisches Wissen zur Befähigung von Unternehmen schneller und wirksamer in diese Unternehmen bringen. Wir brauchen etwas, dass diese Übersetzungsleistung, das transformatorische Wissen zur echten Befähigung in die Unternehmen zu bringen, erfüllt. Aber wie soll das gehen?

Am Anfang Stand eine auf fundierten Erkenntnissen beruhende Idee. Wir haben erkannt, Transformationen laufen nach bestimmten Mustern ab. Es geht darum diese Muster zu erkennen und anwenden zu können. Wenn man das kann, dann ist es möglich Transformationen wirksam zu steuern. Mit der Veröffentlichung von “d.quarks – der Weg zum digitalen Unternehmen” hatten wir die erprobten Muster, nach denen Digitale Transformationen ablaufen, bereits der Öffentlichkeit vorgestellt. Um diese Muster anwenden zu können muss dem Anwender auf seinem Transformationspfad kuratiertes Wissen punktuell und in leicht konsumierbaren kleinen Dosen vermittelt werden, damit er/sie befähigt wird die Schritte im Transformationspfad möglichst selbst zu durchlaufen. So einfach ist das. 

Wenn Transformation nach wiederholbaren Mustern abläuft, dann ist es möglich, Werkzeuge zu entwickeln, die diese Muster schneller und skalierbarer anwendbar machen durch (Teil-)Automation. Wenn man das tut, dann wäre es möglich viele Unternehmen sehr viel schneller, sehr viel besser und weitaus kostengünstiger zu befähigen und durch ihre Transformation zu führen. Das könnte viele Unternehmen vor dem Bankrott bewahren. Gerade die schon genannten vielen mittelständischen Betriebe und Familienunternehmen, die sich die langfristige Abhängigkeit von teuren Beratern gar nicht leisten können.

Zu Beginn zogen wir los geeignete Partner zu finden für die Umsetzung unserer Geschäftsidee. Ich glaube da war so ziemlich alles dabei, vom Großkonzern, kleine und große, junge hippe und etablierte Beratungen, bis hin zu mittelständischen Familienunternehmen. Das Ergebnis war, dass es mit all diesen Unternehmen maximal halbherzig möglich ist, so eine Idee umzusetzen. Entweder man geht es lieber gar nicht erst an, weil man sein Kerngeschäft damit kannibalisiert oder es fehlt die Vorstellungskraft, Leidenschaft und auch der Pioniergeist, sich aus seiner Komfortzone heraus zu bewegen. Es läuft doch noch alles gut, warum sollten wir das tun?

Diejenigen, die einen nur ausnutzen wollen, die begegnen einem dabei übrigens auch. Wenn man den Sinn und die Leidenschaft für diese Vision nicht teilt, wenn man sich nicht mit der gleichen Haltung begegnet, dann lieber keinen Kompromiss eingehen. So dachten wir. Entscheidungen werden auf einmal sehr klar und fast logisch, wenn man sich seiner Haltung bewusst ist. Unsere Entscheidung war dann konsequenterweise: wir müssen das in einem eigenen Unternehmen machen.

Unser Versprechen an all diese Unternehmen da draußen war geboren:
Durch integrierte Offline- und Online-Plattformdienstleistungen, befähigen wir Führungskräfte und Mitarbeiter*innen in Unternehmen ihre digitale Transformation selbst zu meistern.

Die Wirksamkeit dieser Innovation sollte ähnlich sein, wie bei der Urlaubsbuchung. Früher sind wir ins Reisebüro getingelt, haben Termine gemacht, recht viel Zeit aufwenden müssen, um mit einem Berater zu sprechen, der uns unsere Urlaubsmöglichkeiten aus dem Standardkatalog, mehr oder weniger zugeschnitten nach unseren Bedürfnissen, erklärt, mit uns eine Entscheidung trifft und dann die Buchung für uns durchführt. 

Heute ist ein großer Teil dieses Prozesses automatisiert, über Booking.com, Expedia, HRS, Fluege.de, Airbnb und sonstige Urlaubsportale, die es dazu gibt. Das geht, weil die Buchung nach bestimmten Mustern abläuft und so diese Teile des Prozesses automatisierbar sind. Den echten Menschen brauche ich nur noch an den Stellen, wo ich wirklich die Expertise eines echten Menschen brauche. Einen ortskundigen Führer für eine Dschungel Safari oder den Pilot für den Flug durch den Grand Canyon. Genau so sollte es mit dem Transformationsmanagement auch sein. Stell dir das mal vor: deine Digitale Transformation ist genauso einfach wie Buchung deiner nächsten Urlaubsreise.

Uns wurde klar: das geht! Ich kann dich durch deine Transformationsaufgabe strukturiert durchführen und dir immer genau das kuratierte Wissen geben, das du brauchst, um dich zu befähigen, den nächsten Schritt deiner Transformation zu bewältigen. Wie ein Navi für deinen Transformationspfad. Neues Wissen kann ich binnen einer Sekunde global an alle verteilen und zugänglich machen. Ich kann an den Stellen fokussiert Hilfe durch Menschen anbieten, wo wirklich echte Menschen gebraucht werden. Menschen aus einer Community, die das Problem, das du gerade hast, schon in ihren Unternehmen gelöst haben. Menschen, die dir helfen deine Mitarbeiter an den richtigen Stellen weiter zu bilden oder dir helfen die richtigen Talente zu bekommen. Oder Menschen, die dir mit ihrer Fachexpertise zu dem konkreten Problem, das du gerade hast, zur Seite stehen. All das zu einem Bruchteil der Kosten, die klassische Berater für so eine Aufgabe heute nehmen. 

Das ist nicht wirklich interessant weil es grundsätzlich geht, sondern weil es das zeitkritische Problem löst, das wir gerade haben: transformatorisches Wissen beschleunigt in die Welt zu skalieren, um eine zukunftsfähige Innovationsgesellschaft in Deutschland und Europa zu gestalten. Das ist das was uns motiviert und warum wir Transformationsberatung neu denken müssen.

Michael hat vor einigen Jahren mal in einem anderen Zusammenhang gesagt, dass wir eigentlich keine Unternehmertypen sind. Das ist wahr, auf eine bestimmte Weise. Wir sind nicht die Typen, die einen Exit nach dem anderen anstreben. Wir haben uns erkannt als Teil einer Lösung für ein sehr relevantes Problem. Das hat sich durch unsere Lebenswege so ergeben. Unternehmertum ist nur der Kontext, den wir gewählt haben, diese Lösung zu sein. Ein Kontext in dem wir unseren Beitrag leisten können für eine Welt in der wir leben wollen.

#Carsten

Logbucheintrag #4, Montag 3. Februar 2020

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