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Klassenfahrt ins Silicon Valley

Wie so oft, beginnt die Reise schon vor der Reise. In unserem Fall nämlich mit einem Treffen der Teilnehmer bei Google in München. Nicht alle, aber immerhin die Hälfte der angemeldeten Teilnehmer hat sich die Zeit genommen in einen Vorbereitungsworkshop zu investieren. Wenn man schon ins Valley fliegt, dann ist es vielleicht eine gute Idee sich vorher ein paar Gedanken zu machen, welche Fragen man stellen will und was man von der Reise für sich selbst erwartet. Schon in diesem Vorbereitungsworkshop herrscht eine erst unterschwellige und dann immer stärker werdende sehr lockere Atmosphäre, fast so wie damals im Klassenzimmer, kurz vor der gemeinsamen Klassenfahrt. Vielleicht ist es die verspielte Arbeitsatmosphäre bei Google oder sind es die sympathischen Referenten? Wie auch immer, es dauert nicht lange und schon ist man per „Du“. Weil es sich eben so vertraut anfühlt. „Man“, das sind in unserem Fall Geschäftsführer und Inhaber von mittelständischen Familienunternehmen, die sich zusammengefunden haben, um gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen in das Tech Eldorado „Silicon Valley“. Um zu lernen, um zu verstehen und um für sich und ihre Unternehmen was mitzunehmen von der digitalen Welt. Nicht mehr lang, dann geht’s endlich los. Irgendwie sind alle doch schon etwas aufgeregt.

Nach Ankunft der Teilnehmer findet man sich in Palo Alto trotz kollektivem Jet Lag bei einem netten Abendessen zusammen, um sich näher kennen zu lernen und sich einzuschwingen auf die kommenden Tage. Man tauscht sich aus über Erfahrungen und Erwartungen, denn das Networken der Unternehmer ist für alle ein wichtiger Teil der Reise. Viele sind in einer ähnlichen Situation – „digital“ was heißt das für mich als bodenständigen Mittelständler? Genau der Frage wollen wir auf den Grund gehen. 

Am ersten Tag fahren wir nach Mountain View zu Google und erleben den originalen Google Campus mit diesem doch einzigartigen kalifornischen Flair. Tolle Vorträge mit dem einen oder anderen „Aha“ Erlebnis zu Themen wie: wie macht Google Innovation, wie sieht Google die Zukunft, warum die Cloud vielleicht doch viel sicherer ist als eigene Datacenter, Erkenntnisse darüber dass die Basis von Innovation Kollaboration in einer globalen Welt ist und warum Google dafür ein eigenes Toolset gebaut hat. Nach Google geht es zu IDEO. Weltbekannt für Innovation und Design. Die haben schließlich Sachen wie die „Apple Maus“ und eine effektive Methode für Nutzer zentrische Innovation, das „Design Thinking“ erfunden, mittlerweile ein Standard für digitale Innovation. Schon ‘ne ganze Menge Inhalt für einen Tag. Wir kommen mit den Leuten in Kontakt, die es selbst gemacht haben, dieses digitale „Ding“. Aus den Gesprächen nehmen wir eine Menge mit, wie digitale Innovation geht. Am Abend gehen wir gemeinsam mit den Kollegen von Google und IDEO noch gemeinsam essen, um die Inhalte zu vertiefen. Unter vier Augen ergibt sich in den Gesprächen untereinander noch die eine oder andere wichtige Erkenntnis. Klassenfahrtatmosphäre.

Am zweiten Tag gehen wir alle wieder an die Uni. Aber nicht irgendeine Uni, sondern „Stanford“. DIE Tech Uni, wo viele der erfolgreichen Unternehmer aus dem Silicon Valley studiert und ihre Geschäftsideen und Produkte angefangen haben zu entwickeln. Gestern haben wir gelernt, dass IDEO Design Thinking erfunden hat und heute lernen wir, wie es wirklich geht – nicht nur in der Theorie, sondern in der Praxis. Es geht raus ins Feld, bzw. auf den Stanford Campus und wir reden mit Studenten, um etwas über ihr Konsumverhalten zu erfahren. Diese neuen Erkenntnisse nutzen wir um innovative Lösungsideen zu entwickeln, für digitale Produkte und Services, um diese Nutzer in ihren Bedürfnissen zu besser abzuholen. Für den einen oder anderen ein echtes Schlüsselerlebnis. Digitale Innovation hat also Methode, die man lernen kann. Und zwar recht einfach. Keine Magie!

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zum Plug & Play Accellerator. Hier sitzen viele Startups und kommen systematisiert mit Investoren zusammen. Der Gründer von Plug & Play, Saeed Amidi, nimmt sich die Zeit um mit den Unternehmern zu sprechen. Ein inspirierender Austausch. Vier ausgewählte Startups pitchen vor den Unternehmern. Von Industrie 4.0, virtueller Realität, bis zur künstlichen Intelligenz. Spannend. Viele fragen Sie sich, wie kann ich den Kontakt mit solchen Startups intensivieren und bin ich als deutscher Mittelständler überhaupt interessant für die? Auch wenn die vielleicht aus Berlin oder Stuttgart kommen, kann das überhaupt funktionieren? Und passt das überhaupt auf einer kulturellen Ebene – Turnschuhe und Krawatte? Wir erkennen schließlich: es ist neu, es ist vielleicht eine Herausforderung, aber es geht. Am frühen Abend werden wir den vom deutschen Botschafter in San Francisco empfangen und treffen deutsche Startups aus dem Silicon Valley. Viel neuer Gesprächsstoff für das Dinner.

Die Zeit ging irgendwie sehr schnell rum, wir sind schon am letzten Tag angekommen. Heute geht es noch zu Salesforce, um uns über Digitalisierung von Vertrieb und Marketing zu informieren. Der Kunde hat sich verändert. Der Kunde hat eine stärkere Stimme und damit mehr Macht. Er ist mobil und in digitalen Kanälen – auch im B2B. Unternehmen müssen sich darauf einrichten. In einem visionären Vortrag bekommen wir den Einfluss von Machine Learning und dem Internet der Dinge auf Dienstleistungen der Zukunft, die Kundenorientierung auf eine individuellere Ebene heben werden, näher gebracht. Interessanterweise nicht von einem Mittzwanziger, sondern von einem Herren mit weißen Haar, der schon ein Urgestein der Digitalisierung zu sein scheint. Interessant. Digitalisierung ist wohl doch kein Generationsthema. Recruiting 2.0 mit dem Startup Smart Recruiters bildet den Abschluß der Reise. 

Schade, die Klassenfahrt ist schon zu Ende. Aber man sieht sich ja wieder. Das erste Nachtreffen ist schon vereinbart.

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